Das Jubiläumsfestival

Das 50. Rose d’Or Festival  fand vom 18. bis 22. September 2010 statt. Die Fernsehwelt traf sich im Kultur- und Kongresszentrum KKL, um der Verleihung der prestigeträchtigen Rose d’Or Awards beizuwohnen. Unter den Gästen waren Stars und Prominente wie Marie-Luise Marjan und Joris Gratwohl («Lindenstrasse»), Janine Kunze («Hausmeister Krause»), Thomas Hermanns («Quatsch Comedy Club»), Emil Steinberger, Stefan Gubser, Marco Rima, Pepe Lienhard sowie Persönlichkeiten aus Medien, Wirtschaft und Politik.

Die Verleihung der Goldenen Rosen war eingebettet in eine mitreissende Show, die 50 Jahre Fernsehunterhaltung Revue passieren liess. Eine Reise durch fünf Dekaden TV-Unterhaltung mit Filmausschnitten und Gästen von Programmen, welche die Fernsehwelt von den 60er-Jahren bis heute verändert haben. Durch den Abend führten die RTL-Moderatorin Nazan Eckes und ihr britischer Kollege Ben Shephard. Bekannte Stars und Persönlichkeiten wie DJ Bobo, Sandra Studer, Ursus & Nadeschkin, Gerhard Schröder, David Briggs und Dick de Rijk übergaben die Preise.

Neben Programmen aus Argentinien, Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Norwegen, Spanien, Südafrika gewann auch an eines aus der Schweiz eine Rose d’Or: «La Bohème im Hochhaus», das Opern-Ereignis des Schweizer Fernsehens. Der Best of 2010 ging an das belgische Comedy-Format «Benidorm Bastards», bei der sieben verhaltensauffällige Rentner jungen Leuten im vor allem von Briten bevölkerten spanischen Urlaubsparadies Benidorm Streiche spielen. «Dieses Programm ist so viel mehr als eine weitere Folge der versteckten Kamera. Es ist ein Quoten-Renner, der die Alten als freche, witzige, kreative Zeitgenossen zeigt und beweist, dass Humor keine Altersgrenze kennt», begründet die internationale Jury ihren Entscheid.

Zur Feier des 50. Geburtstags der Rose d’Or hat das Festivalkomitee ausserdem einen besonderen Award geschaffen, der nur im Jubiläumsjahr verliehen wird – den «Golden Jubilee Award». Als Programm wurde die britische Serie «Coronation Street» ausgezeichnet. Der «Golden Jubilee Award» für eine Person, die Fernsehgeschichte schrieb, ging an Simon Cowell, einen der derzeit prominentesten und erfolgreichsten kreativen Musik- und Fernsehproduzenten. Er produziert Sendungen wie «American Idol», «Britan’s Got Talent» und «X Factor» und agiert auch vor der Kamera erfolgreich als Juror in seinen Casting-Shows. 2002 hat Cowell sein Medien- und Unterhaltungsproduktionsunternehmen Syco mit Sitz in England gegründet. Seit Anfang 2010 ist das Unternehmen ein globales Joint-Venture zwischen Simon Cowell und Sony Music Entertainment zur Herstellung und Vermarktung von Musik-, Fernseh- und Filmproduktionen sowie digitalen Inhalten, mit Sitz in London und Los Angeles.


Simon Cowell erhielt 2010 den «Golden Jubilee Award» für seine herausragenden Leistungen vor und hinter der Kamera.

Mit der Verleihung der Goldenen Rosen 2010 ging das Jubiläumsjahr erfolgreich zu Ende. Mit 515 eingereichten Programmen konnte das Rose d’Or Festival nicht nur einen Teilnehmerrekord im Wettbewerb verzeichnen. Mit der öffentlich zugänglichen Live-Show von «Who Wants To Be A Millionaire?», der legendären «Comedy Night» und einem Public Screening in der RailCity Luzern tat die Rose d’Or auch einen Schritt, um sich in Luzern auch als Publikumsanlass zu etablieren.

Von 1961 bis heute
Die Rose d’Or, das internationale Festival der Fernsehunterhaltung, wurde 1961 von Marcel Bezençon, dem damaligen SRG-Generaldirektor, ins Leben gerufen. Das Festival hatte zum Ziel, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Europas dabei zu unterstützen, die Lücken im TV-Sommerprogramm mit kostengünstigen und hochwertigen Sendungen zu füllen. Im Jahr 2004 zog das Festival vom Genfer- an den Vierwaldstättersee. Luzern wurde neuer Festivalstandort.

Die Idee von Marcel Bezençon war einfach und bestechend: Warum nicht ein wirklich gutes internationales Unterhaltungsprogramm in der Schweiz entwickeln, und es dann mit Sendungen anderer Länder im Rahmen eines Wettbewerbs tauschen?

So wurde am 27. Mai 1961 die Goldene Rose zum ersten Mal verliehen. Sie ging an die BBC für ihre legendäre «Black and White Minstrel Show». Seit den Swinging Sixties liest sich die Liste der Stars, die beim Rose d'Or Festival ausgezeichnet wurden, wie die Geschichte des Unterhaltungsfernsehens. Das Festival rückte die gesamte Bandbreite der Unterhaltung ins internationale Rampenlicht − von Zirkussen und Eisshows über Comedy Specials und Spielshows bis hin zu Zeichentrickfilmen, Opernaufführungen und Rock'n'Roll-Sendungen.

Die Namen der Preisträger sprechen für sich: Barbra Streisand, die Muppet Show, Michail Baryschnikow, Liza Minnelli, Benny Hill, Monty Python, Cirque du Soleil, Julie Andrews, The Simpsons, Mr. Bean, Nigel Kennedy, Kurt Browning, Shirley MacLaine – um nur einige grosse Namen zu nennen.

Je grösser das Festival wurde, desto weniger praktikabel erwies sich der Programmtausch. Die innovative Idee des Film Kiosk wurde geboren. Dieses seither vielfach kopierte Konzept machte aus dem Rose d'Or Festival schnell einen der wichtigsten Märkte für Unterhaltungssendungen weltweit. Mit mehr als 40 teilnehmenden Ländern ist das Festival heute ein einzigartiger Treffpunkt für die Gemeinschaft der Fernsehschaffenden im Unterhaltungsbereich. Es zieht führende Persönlichkeiten der Branche an und bietet eine einzigartige Gelegenheit für Gespräche, Treffen und Geschäftsabschlüsse in einem angenehmen und diskreten Umfeld.

Darüber hinaus ist das Festival eine der wichtigsten Veranstaltungen, um für Musik- und Unterhaltungs-Specials zu werben oder neue Unterhaltungsformate vorzustellen. Im 21. Jahrhundert wurden die meisten der erfolgreichsten internationalen Formate am Rose d’Or-Festival vorgestellt – unter anderen «Who Wants To Be A Millionaire«, «Pop Idol», «Test the Nation», «The Apprentice» und «The Weakest Link».

Im September 2009 hat Ringier die Markenrechte am Rose d'Or Festival übernommen und damit seinen Entertainment-Bereich ausgebaut. Das multinationale Schweizer Medienunternehmen engagiert sich dafür, das Profil des Rose d'Or Festivals als Highlight im Jahreskalender der TV-Unterhaltungsbranche zu stärken und den international renommierten Wettbewerb dem Standort Schweiz zu erhalten.

1963: Marcel Bezençon, Generaldirektor der SSR (links) im Gespräch mit Gästen des Rose d’Or Festivals. ©Photo-Ciné Jean Waldis, Montreux